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Mehr Bio geht nicht: Cascina Belmonte in Muscoline

Donnerstag, 16. Dezember 2010 von konrad

cascina belmonteHeute möchte ich Euch ein Weingut vorstellen, das durch und durch ökologisch Weine anbaut und sehr überzeugend zeigt, dass gerade Bio-Weine auch exzellent schmecken können – Cascina Belmonte von Enrico di Martino in Muscoline beim Gardasee.

Der Vater des heutigen Winzers Enrico di Martino kam aus Sizilien in diese Gegend und war überwältigt vom tiefen, satten Grün und vom Duft zwischen den sanften Hügeln. Er erinnert sich „… im Herbst mit satten Farben und reichen Aromen ging ich unter einem nicht enden wollenden Regen fallender Blätter, der auf meine Füße nieder fiel. Ich verlor jegliches Zeitgefühl und da beschloss ich, dass ich hier für immer bleiben würde und auf den Frühling mit neuen Kornblumen und Primeln warten würde …“

Genau diese magische Umgebung möchte Enrico heute erhalten und verzichtet konsequent auf alle Herbizide und verwendet stattdessen biologische Methoden der Schädlingsbekämpfung. Diese Haltung ist nicht einfach nur Mode und Marketing-Argument – sie entspricht bei ihm einer Überzeugung und Weltanschauung. Daher ist es nur konsequent, dass die cascina auf Ihre Fahnen schreibt „Ethik, nicht Etikette“. Das Gespräch mit dem jungen Winzer kommt dementsprechend schon sehr bald auf Themen wie Gerechtigkeit, Naturschutz, Globalisierung und Ökologie. Es sind diese Themen, die den jungen Winzer fest im Griff haben und die auch die Überzeugung des gesamten Teams in der Cascina Belmonte widerspiegeln.

Dieses Team bearbeitet 6 ha und produziert 15.000 Flaschen jährlich. Diese 15.000 Flaschen haben es in sich – sie sind einmal mehr der Beweis dafür, dass es abseits der ausgetretenen Pfade von Merlot, Grenache und Cabernet-Sauvignon auch interessante autochtone Rebsorten zu entdecken gibt. Vier Rotweine, einen Weißwein und einen Roséwein produzieren die jungen Weinbegeisterten in der Cascina Belmonte. Zwei interessante Weine sind ausschließlich aus regionalen Weintrauben gekeltert, der „Singia“ aus 100% Rebo und der „Marzemino“ aus 100% Marzemino. Besonders der Singia hat mir persönlich gut gefallen, er hat eine fruchtige Frische mit einem Hauch Würze, ein interessanter Wein ohne Schnick-Schnack und ohne Barrique-Ausbau, er ist ein Wein für viele Gelegenheiten.

Einen ganz besonderen Wurf ist der Cascina Belmonte mit dem „San Giovanni Riserva“ gelungen, einem Cuvée aus Cabernet, Rebo, Marzemino und Merlot. Ein üppiges, fruchtiges Bouquet nach Kirschen, Waldbeeren, etwas Vanille und auch Marzipan lässt schon ahnen, dass dieser Wein etwas Besonderes ist. Im Geschmack zeigt er, dass er ein Jahr in einem Holzfass gelagert wurde und überzeugt durch eine wunderbare Ausgewogenheit und einen langen Abgang. Dieser Wein bleibt mir noch lange im Gedächtnis. Ein Wein, der sehr überzeugend beweist, dass „Bio“ auch beim Wein exzellente Qualität hervorbringen kann.

Serie “Weintrauben” Nr. 5: Merlot

Mittwoch, 29. September 2010 von konrad

Der Name stammt vom französischen “merle” (die Amsel) und belegt, dass die Traube ursprünglich in Frankreich, vor allem in der Bordeaux-Region, angebaut wurde. Dort ist Merlot der Hauptbestandteil bei einigen grossartigen Weinen aus St.-Emilion und Pomérol.  Merlot ist ertragreich, reift früh und bringt geschmeidige Rotweine mit weichem, fruchtigen Geschmack und hohem Alkoholgehalt hervor. Deshalb ist Merlot auch ein  optimaler Verschnitt-Partner für viele andere Traubensorten, er verleiht anderen Traubensorten etwas mehr Milde und Ausgewogenheit.
Merlot wird in fast allen Weinländern der Welt angebaut, am häufigsten in Frankreich, Italien, Kalifornien, Chile, Argentinien und Australien. In einigen Regionen sind auch sortenreine Merlot-Weine bekannt, vor allem in Italien oder auch im schweizerischen Tessin, aber auch der legendäre “Château Pétrus” hat mindestens einen 95%-Anteil an Merlot.

Die Merlotweine haben eine kräftige, dunkle und tiefrote Farbe und zeigt ein üppiges Bouquet nach Waldbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, häufig auch nach Pflaumen mit dezenten würzigen Noten.

Serie “Weintrauben”, Nr. 1: französische Weintrauben

Mittwoch, 25. August 2010 von konrad

Jedes Weinerzeugerland hat bevorzugte Weinsorten. Im Jahr 2009 wurden in Frankreich ca. 70% rote Traubensorten und 30% weisse Traubensorten angebaut von den insgesamt 846.000 ha.
Unter den Rotweinen machen die drei wichtigsten Traubensorten nahezu die Hälfte der Rotwein-Produktion (47,6%) aus:

  • Merlot (19,8% aller Rotweine)
  • Grenache (16,1% aller Rotweine)
  • Cabernet Sauvignon (11,7 aller Rotweine)

Ein Blick auf die Weissweinproduktion zeigt, dass die häufigste Weissweintraube – Ugni Blanc – für die Cognac-Produktion verwendet wird. Von den Trauben, die für Weissweine verwendet werden, sind die wichtigsten:

  • Chardonnay (25,3% aller für Weisswein verwendeten Trauben)
  • Sauvignon Blanc (15,2% aller für Weisswein verwendeten Trauben)
  • Melon de Bourgogne (7% aller für Weisswein verwendeten Trauben)

Quelle: FranceAgriMer – VINIFLHOR

FIFA WM: Schweiz – Spanien

Mittwoch, 16. Juni 2010 von konrad

Artikel Nr. 4 zur FIFA-WM

David schlägt Goliat

Heute spielt Spanien gegen die Schweiz bei der FIFA-WM, beides sind Weinländer. Spanien ist der klare Favorit, im internationalen Fussball und in der internationalen Weinwelt. Aber auch die kleine Schweiz bietet interessante Weine, die allerdings fast ausschliesslich im eigenen Land getrunken werden. Die Weissweine aus dem Kanton Waadt (Vaux) und Wallis (Valais) sind all jenen bekannt, die im Winter beim Skifahren schon mal Fondue oder Raclette genossen haben.
Aber auch die Rotweine aus der Schweiz können sich sehen lassen.

Chateau du Crest

Ein Weingut, das sowohl typische Weissweine als auch Rotweine herstellt, ist das Chateau du Crest in Jussy im Kanton Genf. Hier werden typische Weissweine wie etwa der Chateau du Crest Sauvignon oder auch der Chateau du Crest Assemblage Blanc (aus 50% Chardonnay, 25% Aligote, 25% Pinot Blanc) gekeltert. Aber bemerkenswert ist auch der Rotwein Chateaux du Crest Premium Rouge (60% Merlot, 30% Gamaret und 10% Cabernet). Wer die Gelegenheit hat, die wunderschönen Weindörfern rund um Genf zu besuchen, der sollte unbedingt auch einen weniger bekannten Rotwein aus der Gegend probieren, es wird eine Überraschung sein.

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